Projekt “DigiGAAB”

Digital unterstützter Gesundheits-und Arbeitsschutz im Arbeitsprozess Bau

Unser Projekt-Konzept sieht vor, dass der notwendige Gesundheits- und Arbeitsschutz in den normalen Bauablauf integriert wird. Dies gelingt am besten, wenn der Betrieb den Bauablauf mit Unterstützung von digitalen Hilfsmitteln neu organisiert.

Damit greifen wir ein Thema auf, das aktuell viele Betriebe beschäftigt. Zahlreiche Anfragen laufen beim Fachverband ein:
Welches Branchenprogramm würden Sie uns denn empfehlen? Was ist zukunftssicher?

In aller Regel setzen die Unternehmer auf einen Mix von verschiedenen Programmen. Insofern ist es für uns fast unmöglich, ohne Kenntnis der jeweiligen betrieblichen Infrastruktur für den nachgefragten Einsatzzweck dem Unternehmen genau die richtige Software zu empfehlen. D.h. es gibt hier in der Regel nicht die eine, richtige Empfehlung, da es auf dem Markt eine Vielzahl von Programmen gibt, die ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Empfehlung einer nicht zum Unternehmen passenden „falschen“ Software kann sich negativ auswirken und den störungsfreien Ablauf der Betriebsorganisation gefährden.

Das Projekt DigiGAAB kann aufgrund der Möglichkeit einer ganzheitlichen Betrachtung verschiedener Systemmixe in der Zukunft Hilfestellung bieten und den Unternehmer bei seiner Entscheidung unterstützen, damit die für seine Unternehmensstrukturen am besten geeignete Software identifiziert werden kann.


Was ist im Projekt konkret geplant:

Auswahl der geeigneten digitalen Hilfsmittel

Zunächst wird eine Ist-Analyse durchgeführt: Was wird aktuell in den unterschiedlichen Firmen an digitalen Hilfsmitteln eingesetzt? Wie zufrieden sind die Anwender bisher mit ihrer eingesetzten Software? Hier hoffen wir auf Ihre zahlreiche Teilnahme bei dieser Erhebung, die wir frühzeitig nach Projektstart durchführen werden – selbstverständlich aus Gründen des Datenschutzes anonym – ohne direkten Firmenbezug. Zusätzlich werden wir über eine Marktrecherche bei den Software-Anbietern direkt in Erfahrung bringen, welche neuen Entwicklungen es gibt bzw. in Planung sind und wie sich die Anbieter selbst in unser Projekt konstruktiv mit einbringen können.

Experimentierraum am Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade

Zur Simulation der Praxis werden wir sogenannte Chef-Arbeitsplätze einrichten, genauer Desktop-Rechner (Chef) mit den dazugehörigen mobilen Endgeräten (Chef und Mitarbeiter). D.h. neben den Chefs sind für uns auch die Mitarbeiter eine wichtige Zielgruppe, da sie die Geräte dann später auch im praktischen Einsatz professionell einsetzen müssen. Ein wichtiger Baustein in der Akzeptanz bei der Einführung der Soft- und Hardware ist, dass die Mitarbeiter mitgenommen werden. Sie sollen ihr Know-how einbringen und bei der Auswahl mit entscheiden können. Dabei werden sicher auch deren Ängste und Befürchtungen vor der technischen Vernetzung eine Rolle spielen. Eine Einführung ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter ist zum Scheitern verurteilt, deshalb wollen wir Unternehmern und Mitarbeitern in diesem Experimentierraum die Möglichkeit bieten, die Systeme und Techniken in einer praxisgerechten Umgebung kennen zu lernen und zu vergleichen.

Experimentierraum auf einer betrieblichen Baustelle

Hat sich die Firma für eine Lösung entschieden, wird das Komzet-Team eine überschaubare betriebliche Baustelle mit den jeweiligen Geräten bestücken. Die Mitarbeiter machen ihre praktischen Erfahrungen mit der neuen Technologie während der Arbeit auf der Baustelle und im Büro. Die dabei aufkommenden Fragen und Probleme werden dann zusammen mit dem Komzet-Team besprochen. Gemeinsam wird dann nach Lösungen gesucht. Ziel ist es, ein praxistaugliches Resultat zu erzielen, das möglichst passgenau auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist.

Wo ist nun der Gesundheits- und Arbeitsschutz?

Schon heute ist jeder Unternehmer per Gesetz verpflichtet, pro Baustelle eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und diese dann auch schriftlich zu dokumentieren. Ziel ist der Schutz der Mitarbeiter. In der Praxis tun sich die meisten Chefs häufig schwer, diesen Anforderungen nachzukommen. Daher braucht es auch die Einbeziehung der Mitarbeiter, die selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit erkennen und mit übernehmen müssen.

Wir wollen hier bereits in der Planung ansetzen:
Wenn die Baustelle digital geplant wird, werden in den jeweiligen Arbeitsprozessen nicht nur Material und Ausführungstätigkeiten, sondern auch die dazugehörigen Arbeitsschutzhinweise beachtet. Im Rahmen des Arbeitsauftrages werden die notwendigen Arbeitsschutzhinweise gegeben, die dann vom zuständigen Mitarbeiter explizit bestätigt werden müssen. Werden auf der Baustelle davon abweichende Situationen vorgefunden, müssen die Mitarbeiter kurzfristig Entscheidungen treffen sowie Rückmeldung an den Chef geben können. Die Verantwortung kann nicht nur beim Chef liegen, viel mehr muss jeder Mitarbeiter in seinem Bereich die Verantwortung für seinen Gesundheitsschutz und den seiner Kollegen übernehmen. Diese Verantwortung kann er aber nur dann übernehmen, wenn bei ihm auch das dafür notwendige Wissen vorhanden ist. Dies wollen wir über die digitale Unterstützung leisten. Ziel ist, dass der Gesundheits- und Arbeitsschutz über die Branchensoftware beim Einrichten des Arbeitsauftrags mit abgedeckt werden kann.

Experimentierraum in der ÜbA

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Neben den handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnissen wird es in Zukunft selbstverständlich sein, dass digitale Hilfsmittel im Bauhandwerk zum Einsatz kommen. In der ÜbA übernimmt der Ausbildungsmeister die Rolle des Chefs. Er wird künftig auch den sinnvollen Einsatz von digitalen Hilfsmitteln beim virtuellen Kundenauftrag einführen. Somit lernen die Azubis nicht nur handwerklich zu arbeiten, sondern auch den Umgang mit digitalen Hilfsmitteln. Die Erfahrungen, die der Azubi dann in der ÜbA macht, kann er als Impulse in seinen Betrieb geben und zum Beispiel einen Firmenbesuch im Komzet-Experimentierraum anregen.

Beteiligte

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Das Projekt wird federführend vom Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade durchgeführt, unterstützt durch folgende Institutionen, Personen und Stuckateurbetriebe:

  • BG Bau bringt sich vor allem beim Arbeits- und Gesundheitsschutz ein
  • FS|MEDIEN – Frank Schöllkopf – bringt sich als Experte für digitale Hilfsmittel ein
  • Prof. Dr. Hütter – Betreuer der Ausbau Manager – setzt sich als Experte für die Strukturierung von Bauarbeitsprozessen ein
  • Forum für Soziale Technikgestaltung – Welf Schröter – kennt die Fallstricke bei der Einführung von digitalen Hilfsmitteln
  • ZDB – unsere Dachorganisation – fungiert als wichtiger Multiplikator und Schnittstelle
  • Praxisbetriebepartner, die sich aktiv im Projekt mit praktischem Know-how einbringen werden:
    Besemer, Bohmüller, Friedrich, Gröber, Heller, Keicher, Salzer, Sauer, Sauter, Schweikle, Soyez, Striebel.

Projekt Infobox:

Projektleiter: Dr. Roland Falk
Beginn: 11/ 2018
Laufzeit bis: 10/ 2021
Förderung: BMAS